Deutscher Gewerkschaftsbund

04.05.2016

DGB Kreisverband Tübingen

 

DGB Kreisverband Tübingen

Der DGB Kreisverband Tübingen wurde am 22.06.2012 gegründet.
Kreisvorsitzende ist Angela Hauser: angela.hauser@med.uni-tuebingen.de
Hauptamtliche Ansprechpartnerin beim DGB ist Anja Lüders: anja.lueders@dgb.de 

 

Die Mitglieder

Angela Hauser, verdi, Vorsitzende, Sprecherin
Tobias Kaphegyi, verdi, stellv. Vorsitzender, Sprecher
Gerhard Böhmler, verdi, stellv. Mitglied, Sprecher
Ismayil Arslan, IG Metall, Mitglied
Michael Biewald, NGG, Mitglied
Mathias Dewald, GEW, stellv. Mitglied
Ralf Jaster, IG Metall, stellv. Mitglied
Lothar Letsche, GEW, Mitglied
Robert Schneider, IG Bau, Mitglied
Michael Schwarz, GEW, stellv. Mitglied

 

 

Veranstaltungen/Termine

14.12.2018
12.12.2018 / Pressemitteilung des Tübinger DGB-Kreisverbands zur Kriminalisierung unseres Kollegen Tobias Kaphegyi

Tarifflucht ist ein Verbrechen, nicht das Engagement gegen Lohndiebstahl!

Der Einzelhandelsgigant Metro-AG begeht aktuell in einem besonders spektakulären Fall Tarifflucht. Das bedeutet für die Beschäftigten der Supermarktkette REAL, die nicht bei ver.di organisiert sind, deren befristeter Vertrag ausläuft oder die neu in den Betrieb eintreten, einen plötzlichen Lohnverlust von bis zu 30 Prozent ihres (früheren) Gehalts. Und das obwohl sie bei ständig wechselnden Einsatzzeiten und harter Arbeit, bestimmt nicht zu den Gutverdiener*innen in Deutschland zählen!  Gleichzeitig befeuert REAL damit massiv einen weiteren, zerstörerischen Lohndumpingwettbewerb innerhalb des Einzelhandels. Die Tarifflucht in Deutschland ist so massiv geworden, dass laut Statistischem Landesamt in Baden-Württemberg schon 2014 nur noch 47 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden entlohnt wurden, was eine immense Lohnspreizung und einen Verfall der Löhne der unteren Mittelschichten zur Folge hat – mitten innerhalb wirtschaftlich guter Zeiten und dicker Gewinne der Unternehmen. Das schafft sozialen Sprengstoff!

Gegen diesen sozialen Sprengstoff wurde am Freitag, den 13. Juli 2018, der DGB-Kreisverband Tübingen aktiv. Am Streiktag bei REAL wollten sich die ehrenamtlichen Kolleg*innen mit den Beschäftigten solidarisch zeigen und Kunden der Supermarktkette über den miesen Umgang von REAL mit seinen Beschäftigten informieren.  Sie verteilten Flugblätter in einer Tübinger REAL-Filiale im Stadtteil Weilheim bis einige ein Hausverbot erhielten. Die wenigen, an der kleinen Aktion beteiligten Kolleg*innen, die sich in der Filiale verteilt hatten, telefonierten sich zusammen und wollten sich für eine kurze Abschlussbesprechung im sicheren öffentlichen Raum vor dem REAL-Gelände treffen, um den Hausverboten sofort nachzukommen. Dort wurde sich noch zu einem Abschlussfoto vor dem Markt aufgestellt. Nach kurzer Lage-Besprechung nach ca. fünf bis zehn Minuten wurde aufgebrochen und die Aktion beendet. Der Filialleiter rief unterdessen die Polizei, die drei der Beteiligten an ihrem Auto in einer Nebenstraße aufspürte, am Wegfahren hinderte und diese unter Androhung einer Verhaftung dazu drängte, Personalien abzugeben und einen Verantwortlichen zu benennen. Da der Ver.di-Kollege Tobias Kaphegyi seine Kinder von der KiTa abholen wollte, um dem Willen des Polizeibeamten nachzukommen und das ganze Prozedere auf freundliche Weise abzukürzen, gab der Kollege seine Personalien ab.

Und erhielt daraufhin nach einigen Wochen einen Strafbefehl über 1400 Euro als „Verantwortlicher“ wegen des scheinbaren Durchführens einer 10-minütigen nichtangemeldeten Versammlung von drei Personen vor dem REAL-Markt im öffentlichen Raum. Dabei wurde eine Kundgebung auf der Verkehrsinsel vor dem Real-Markt gar nicht durchgeführt, war niemals geplant und auch niemals Ziel der Aktion, da die Autofahrer*innen dort in ihren Fahrzeugen für Informationen gar nicht erreichbar sind.

Die Kriminalisierung des Gewerkschaftskollegen Kaphegyi, der sich gegen die skandalöse Tarifflucht bei REAL einsetzt, ist eine Justizposse, in der sich einzelne verbeamtete und lebenslang abgesicherte Tübinger Polizist*innen und  ein/e Staatsanwält*in zum Handlanger eines Konzerns machen, der sich massiv seiner gesellschaftlichen Verantwortung entzieht. Grundrechte werden dadurch eingeschränkt, politisch und sozial engagierte Kolleg*innen werden kriminalisiert und es wird versucht über Strafgelder sie finanziell zu schädigen. So ein unsägliches Verfahren sollte gar nicht eingeleitet werden. Für diese demokratie- und arbeitnehmerrechtsfeindliche Politik Einzelner Unvernünftiger in den Sicherheitsorganen, werden Steuergelder und wertvolle Arbeitszeit vergeudet. Das darf nicht sein. Gegen die Tarifflucht und das Enteignen der Beschäftigten bei REAL um fast ein Drittel ihres Lohnes muss endlich die Politik aktiv werden und den Tarifvertrag von ver.di für allgemeinverbindlich erklären. Das ist ein für solche Fälle gesetzlich vorgesehener Vorgang!

 


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30.10.2018

Gescheiterte Globalisierung – Ungleichheit, Geld und die Renaissance des Staates

Gescheiterte Globalisierung – Ungleichheit, Geld und die Renaissance des Staates

Buchpräsentation von Heiner Flassbeck und Paul Steinhardt

Dienstag, 27. November 2018, 20 Uhr
Universität Tübingen, Kupferbau, Hörsaal 23, Hölderlinstr. 5

Die Globalisierung war eine wunderbare Idee. Nachdem die große politische Spaltung in Ost und West, in Plan und Markt nach dem Fall der Berliner Mauer überwunden war, schien der friedlichen Kooperation aller Menschen nichts mehr im Wege zu stehen. Warum sollten die Menschen nicht in Freiheit miteinander kommunizieren und arbeiten und damit gemeinsam ihre persönliche Wohlfahrt mehren können?

Die hinter diesem Konzept der Globalisierung stehende Philosophie war denkbar einfach: Würde man nur die nationalen institutionellen Hürden aus dem Weg räumen, bildete sich auf globaler Ebene eine spontane gesellschaftliche Ordnung, in die sich jeder Einzelne nach seinen individuellen Fähigkeiten zum Nutzen aller einbringen könnte.

Es hätte nicht der Wahl eines Präsidenten Trump bedurft, um zu sehen, dass der ökonomische und politische Liberalismus, der die gesamte Welt in den vergangenen vierzig Jahren mehr als jede andere Idee geprägt hat, kläglich gescheitert ist.

Die Unzufriedenheit vieler Menschen, die in der Wahl eines offen reaktionären Präsidenten zum Ausdruck kam, belegt nicht nur die politische Unfähigkeit des Liberalismus, die nötige Balance zwischen Freiheit und Gleichheit zu wahren, sondern vielmehr noch seine Unfähigkeit, die sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhänge in komplexen modernen Gesellschaften in ihrer Interaktion angemessen zu deuten und darauf basierend tragfähige politische Konzepte zu entwickeln.

Die beiden Autoren belegen diese Thesen zu den Ursachen des Scheiterns der liberalen Globalisierung ausführlich in ihrem Buch. Auf dieser Basis entwickeln sie dann ein wirtschaftspolitisches Fundament, das es erlaubt, die Zusammenarbeit der Nationen zu fördern. Ihre Quintessenz lautet: Der demokratische Nationalstaat braucht eine globale Ordnung und die globale Ordnung braucht handlungsfähige Nationalstaaten.

Heiner Flassbeck ist Honorarprofessor an der Universität Hamburg, war Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekretär im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung und Geld- und Währungstheorie. Er ist Autor vieler Sachbücher und publiziert regelmäßig zu wirtschaftspolitischen Themen. Zusammen mit seinem Ko-Autor ist er Herausgeber der Zeitschrift Makroskop.

Paul Steinhardt arbeitete für deutsche Banken und deren Tochtergesellschaften im In- und Ausland in Führungspositionen im Bereich der »Strukturierten Finanzierungen«. Er promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt über Grundlagenfragen einer realistischen Theorie der Marktwirtschaft. Er publiziert u.a. zu Fragen der Geldtheorie und der Finanzmarkt- und Bankenregulierung.

Eine Veranstaltung der
GEW/ver.di-Hochschulgruppe Tübingen,
des DGB-Kreisverbandes Tübingen,
des ver.di. Ortvereins Neckar-Alb
und von Attac Tübingen

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01.08.2018

Outsourcing, Prekäre Beschäftigung und Niedriglöhne

von Frederico Elwing/DGB

Attac, DGB Kreisverband, Tübinger Arbeitslosentreff und ver.di Ortsverein hatten am 26. Juni zum Podium „Outsourcing und Niedriglohnsektor“ geladen. Anlass war die Entlassung der 47 Lastwagen-Fahrer im Rewe-Logistikstandort Bondorf im Oktober letzten Jahres, deren Arbeit von externen Speditionen übernommen wurde. Daraus entstand die Idee, sich mit Outsourcing, und prekären Beschäftigungsverhältnisse und niedrige Löhne zu beschäftigen. Es zeigte sich, dass sie auch in Tübingen leider alltäglich sind und zwar nicht nur in der Privatwirtschaft, sondern auch bei öffentlichen Arbeitgebern.

Angela Hauser, Personalratsvorsitzende am Uniklinikum Tübingen berichtete von der Ausgliederung von Küche und Reinigung an die Servicegesellschaft UDO, mit der Folge, dass diese Beschäftigten nun nach schlechteren Tarifverträgen entlohnt werden.

Margrit Paal, Personalratsvorsitzende der Universität legte dar, dass langjährige Befristungen im wissenschaftlichen Bereich inzwischen Standard für über 85 Prozent der Beschäftigten sind.  Auch im wissenschaftsunterstützenden und administrativen Bereich steigt die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse.

Gerlinde Strasdeit, ver.di-Ortsvorstandsvorsitzende und Linke-Stadträtin sprach über die Teilausgliederung der städtischen Reinigungskräfte: seit

20 Jahren wurde mit „Einspargedanken“ immer mehr fremdvergeben. Die Beschäftigten -  überwiegend Frauen - wurden in prekäre Stellen

geschickt: 400-Euro-Jobs, Leiharbeit, ohne Weihnachtsgeld, meist befristet, weniger Urlaub wie im öffentlichen Dienst. Der Personalrat und die Linke-Fraktion haben das immer wieder heftig kritisiert. Für Strasdeit ist klar: Die Kommunen dürfen nicht zu Vorreitern der Tarifflucht und Prekarisierung werden. Die Linke beantragt Jahr für Jahr die Reinigung wieder zu 100% zu kommunalisieren, leider gab es dafür bisher keine Mehrheit.

Helga Fischer berichtete, dass es schwer war und lange dauerte, einen Betriebsrat bei sMAIL zu gründen. Viele Beschäftigte sind Studierende und SchülerInnen und deshalb schwer für die Gewerkschaft anzusprechen.

Befristungen und niedrige Löhne führen zu hoher Fluktuation: viele Beschäftigte sind schnell wieder weg, sobald sie etwas besseres finden.

Ein positives Beispiel konnte Strasdeit anführen: die Privatisierung der städtischen Müllabfuhr konnte 2009 u.a. mit einer ver.di-Postkartenaktion verhindert werden.

Klar wurde, dass betriebliches und gewerkschaftliches Engagement wichtig ist, um gute Arbeitsbedingungen durchzusetzen, aber nicht ausreicht. Die Politik müsse Prekarisierung und Niedriglöhnen entgegen wirken, anstatt sie zu beförden z.B. durch Rekommunalisierung, einen (alters-)armutsfesten Mindestlohn von 12 Euro, Befristungen, Leiharbeit und Werkversträge verbieten.

 


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27.04.2017

Der Gewerkschaftliche Erste Mai in Tübingen 2017


 
„Wir sind viele: Wir sind Junge und Alte, Frauen und Männer, Migrantinnen und Migranten, Beschäftigte, Erwerbslose, Rentnerinnen und Rentner. Wir sind eins: Wir kämpfen für mehr soziale Gerechtigkeit und stehen für eine Gesellschaft, die die Würde der Menschen auch in der Arbeitswelt respektiert und schützt. Wir demonstrieren am 1. Mai für eine soziale, tolerante, demokratische und solidarische Gesellschaft in Deutschland […], in Europa“ und der Welt.
(Aus dem Aufruf des DGB-Bundesvorstands zu den diesjährigen Maikundgebungen. Zu finden hier:  http://bw.dgb.de/termine/++co++a4317ada-19fa-11e7-9710-525400e5a74a)

1.) Maifeier am Vorabend zum Tag der Arbeit in Hagelloch: Sonntag, den 30. April 2017 ab 19:30 Uhr vor dem Rathaus.

Die Ortsteilgemeinde Hagelloch lädt traditionell am Vorabend des ersten Mais zur Maifeier ein. Wie immer spricht dort nach einleitenden Worten des Ortsvorstehers Martin Lack eine/r unserer GewerkschaftskollegInnen. Dieses Jahr spricht dort Dr. Jörg Neuheiser vom Seminar für Neuere Geschichte der Eberhard Karls Universität Tübingen und Sprecher der gemeinsamen Hochschulgruppe von ver.di und GEW. Tobias Kaphegyi, Mitglied im Kreisvorstand des DGB meint: „Die Veranstaltung ist eine urig-sympathische und zugleich zukunftsweisende Hagellocher Tradition mit Maibaumaufstellen, aktueller Politik, Chorgesang, Blasmusik örtlicher Vereine und anschließendem geselligen Beisammensein. Herzlichen Dank an alle aktiven Hagellocherinnen und Hagellocher für diesen schönen alljährlichen Maiauftakt!“

2.) Der Gewerkschaftliche Erste Mai in Tübingen 2017

2.1) Allgemeine Facts zum Ablauf:
10 Uhr: Beginn der Liveübertragung im Freien Radio Wüste Welle (96,6 MHz). 10.30 Uhr: Demonstration ab Europaplatz zum Marktplatz. Mit der Tübinger Demo-Trommelgruppe. Unterwegs: Verschiedene Stationen mit „Radioballett“ zu politischen Themen in Kooperation zwischen DGB-KV und dem Freien Radio Wüste Welle. 11 Uhr: Begrüßung durch die Moderatorin Gerlinde Strasdeit (Mitglied des DGB-KV Tübingen, ehemalige Personalrätin am Universitätsklinikum). Grußwort von Betül Havva Yilmaz (Academics for Peace) zur aktuellen Situation in der Türkei. Hauptrede von Martin Groß, Landesbezirksleiter ver.di Baden-Württemberg. Musik mit der Band „Stormy Riders“ (Rock, Blues, Jazz). Dann weitere Redebeiträge von KollegInnen aus Tübinger Betrieben (siehe unten). Alle Redebeiträge werden auch von GebärdendolmetscherInnen für Gehörlose übersetzt. Im Anschluss an die Reden Musik mit den „Stormy Riders“ und Familien-Hocketse mit Hüpfburg und allerlei Kinderaktionen für die Kleinen an den Infoständen der verschiedenen Gruppen und Parteien.

2.2) Grußwort:
Wir freuen uns dieses Jahr besonders, dass wir für das Grußwort 2017 Betül Havva Yilmaz von den „Academics for Peace“ gewinnen konnten. Sie ist auch Gewerkschafterin und in der Türkei von einem Berufsverbot betroffen, weil sie einen Aufruf für Frieden und gegen Ausgangssperren unterschrieben hat. Die Entwicklungen in der Türkei spielen für viele unserer Kolleg*innen eine wichtige Rolle. Sie wird uns kurz über die aktuellsten Entwicklungen informieren und daran erinnern, wie wichtig die internationale Solidarität für die politisch Verfolgten weltweit ist.

2.3) Hauptrede:
Es ist sehr schön, dass es uns für den Ersten Mai  2017 gelungen ist den neuen Landesbezirksleiter von ver.di in Baden-Württemberg Martin Groß als erstes nach Tübingen zu holen. Der frühere ver.di-Bezirksgeschäftsführer in Fils-Neckar-Alb wird vor allem auf Ungleichheit und Armut eingehen, eine andere Steuerpolitik für einen handlungsfähigen Wohlfahrtsstaat fordern und eine andere Rentenpolitik gegen die anwachsende Altersarmut vorschlagen. Der Knackpunkt liegt in der Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse. Wir brauchen mehr gute Arbeit. Das sind wichtige Grundlagen zur Sicherung der Demokratie gegen den massiven Rechtsruck in der Politik.  

2.3 Zur Situation in verschiedenen Tübinger Betrieben und zur Erwerbslosigkeit:
Auch dieses Jahr werden am ersten Mai wieder KollegInnen von vor Ort über die Situation in ihren Branchen und Betrieben sprechen:

a) Ismayil Arslan, Betriebsratsvorsitzender von Siemens in Kilchberg berichtet über die drohende Verlagerung von 337 der insgesamt 560 Arbeitsplätze nach Tschechien – trotz bester Gesamt-Konzernbilanz. Die Belegschaft hat am 15.02.2017 den Kampf gegen diese Verlagerung aufgenommen. Ismayil Arslan berichtet auch über die Unterstützungsmöglichkeiten für die Belegschaft und kritisiert die bisherige Passivität der Stadt und der meisten Gemeinderatsfraktionen. Aufgrund der Wichtigkeit dieser Entwicklungen für alle Metaller innerhalb des Bezirks Reutlingen-Tübingen wird dieser Redebeitrag auch auf die gewerkschaftliche Maikundgebung in Reutlingen übertragen.  

 

b) Über den Pflegenotstand in den baden-württembergischen Universitätsklinika informiert die Personalratsvorsitzende am Tübinger Universitätsklinikum und Vorsitzende des Tübinger DGB-Kreisverbands Angela Hauser. Durch den Personalmangel ist die Patientensicherheit gefährdet. Da der Staat seinen Verpflichtungen im Krankenhausbau nicht nachkommt, werden Neubauten mit Personalmitteln finanziert. Die Budgetierung der Mittel verschlimmert die finanzielle Lage der Kliniken. Angela Hauser sagt: „Die Unternehmensfreiheit endet, wo die Personal- und Patientengesundheit anfängt“!

c) Der Kampf der Unternehmensleitungen gegen das gesetzlich verankerte Mitbestimmungsrecht der Beschäftigten über Betriebsräte und gegen das grundgesetzlich garantierte Recht sich frei in Gewerkschaften organisieren zu können – das sogenannte „Union-Busting“ – erfreut sich wohl auch in Tübingen steigender Beliebtheit. Adriana Bellini, Betriebsrätin bei H&M Tübingen klärt auf über die Konflikte zwischen Betriebsleitung und Belegschaft über die auch schon in der lokalen Berichterstattung zu lesen war.

d) Auch Erwerbslose haben am gewerkschaftlichen ersten Mai in Tübingen traditionell eine Möglichkeit zu sprechen: Klaus Rahlf vom TAT (Tübinger Arbeitslosentreff) berichtet über die zunehmende Armut, die neuerdings wieder stärker geleugnet wird. Am Beispiel der Vesperkirche beobachtet er eine Zunahme der Menschen, die dieses Angebot wahrnehmen müssen. Durch eine unrealistische Betonung des Leistungsprinzips wird den Armen selbst die Verantwortung für ihre Armut zu gesprochen und es wird dadurch versucht Solidarität gesellschaftlich zurückzudrängen und Arme und Arbeitslose noch stärker zu beschämen.

2.4) Erste Mai-Demo als Auftakt des Wüste-Welle-Aktionsmonats gegen Rechts und für freie Kommunikation: „In was für einer Welt wollen wir leben?“

Aufgrund des stärker werdenden Rechtsrucks und der zunehmenden Verrohung in der Gesellschaft hat sich die Wüste Welle entschlossen einen Aktionsmonat gemeinsam mit BündnispartnerInnen im Wonnemonat Mai ins Leben zu rufen ( http://www.wueste-welle.de/projekt/view/id/222/.html ). Es geht den freien RadiomacherInnen dabei um einen Kampf gegen Rechts als auch um die Formulierung von positiven und solidarischen Gegenkonzepten. Deshalb hat sie als Auftaktveranstaltung den Gewerkschaftlichen Ersten Mai ausgewählt und die RadiomacherInnen bringen sich ein mit einer  Liveübertragung von der diesjährigen Gewerkschaftlichen Mai Demonstration und Kundgebung auf der Wüsten Welle (96,6) zwischen 10 und 14 Uhr. Zudem soll auf der Demonstration an verschiedenen Haltepunkten das Konzept des sogenannten „Radioballetts“ ausprobiert werden. Das bedeutet: Die Radiosendung soll über möglichst viele mitgebrachte Radioempfänger auf die Demonstration übertragen werden. Zu verschiedenen politischen Themen sollen die Demonstrierenden über das Radio in Aktion und Bewegung versetzt werden. Wir sind gespannt. Bitte bringt Ghettoblaster, Radios oder Euer Handy mit Radioempfang mit auf die Demo und stellt es laut!

 

Bei Nachfragen:
SprecherInnen des Tübinger DGB-Kreisverbands:
Angela Hauser, Tel.: 0173-3175927

Tobias Kaphegyi, Tel.: 0176-61043724

 


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Vortrag zum Thema "Indirekte Steuerung"

DGB

DGB

Referent: Stephan Siemens
Dienstag, 14. Juni 2016
von 18.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr
im franzK Reutlingen
(Unter den Linden 23, 72762 Reutlingen)

 

Die Situation der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Wir übernehmen gemeinsam in den Teams unternehmerische Verantwortung und jede und jeder Einzelne muss tun, was wir beschlossen haben. Wir können und wollen unsere Kolleginnen und Kollegen doch nicht hängen lassen. Wir gemeinsam und jede und jeder Einzelne kommen in Situationen, die Zwickmühlen zu sein scheinen.

Die Führungskräfte entziehen sich offenbar ihrer Verantwortung. Wir verlängern von selbst unsere Arbeitszeit. Wir setzen uns – ohne es zu wollen – gegenseitig unter Druck. Wie ist diese Entwicklung zu verstehen? Gibt es eine gewerkschaftliche Antwort auf diese Probleme?

Einen Ansatzpunkt zum Verständnis bietet die Theorie der indirekten Steuerung. Die Betriebe passen sich durch Veränderungen in der Organisation der Arbeit den neuen produktiven Fähigkeiten der Kolleginnen und Kollegen an. Aus dieser Perspektive lassen sich diese Veränderungen der Arbeitsorganisation so verstehen, dass wir ihnen gewerkschaftlich begegnen können.

Diese Einladung geht an alle interessierten Kolleginnen und Kollegen.

 

Wir bitten aufgrund der organisatorischen Planung um eine verbindliche, schriftliche Rückmeldung mit dem beiliegenden Anmeldeformular bis zum Freitag, 10. Juni 2016 unter bz.fils-neckar-alb@verdi.de.

Kundgebung gegen CETA

DGB

DGB

Samstag, 14. Mai 2016
11 Uhr
Holzmarkt Tübingen